Airport Bad Mondorf

18. Juni 2025

Die Geschichte der Luxemburger Luftfahrt wird museal nicht am Findel erzählt, sondern mitten im Areal des Thermalbads von Bad Mondorf – und zwar aus gutem Grund: Denn wo man sich heute von kleinen und großen Gebrechen erholt, haben die ersten Piloten im Land einst den Himmel beziehungsweise ihre eigenen Leben unsicher gemacht.

 

A funktionale Architektur die Straben Mon-dorfs säumt, so strahlt die Stadt beim Orts-besuch doch noch immer mühelos mondänen Charme aus. An einem üppig-warmen Junitag versteht man sofort, dass es sich hier, im und um das Areal der Thermalquelle, besonders gut erholen lässt.

Was man jedenfalls nun eher nicht mit dem Ort verbinden würde, wäre wohl emsiger Flugbe-trieb: Nach der Massage durch die Grünanlagen zu wandeln, während knatternde Motoren über einem den stahlblauen Himmel zersägen und womöglich noch die frisch eingecremte Haut fein mit Kerosin benetzen, ist eine eher bizarre Vorstellung. Doch so ging es hier tatsächlich einmal zu, sogar mit dem Segen der Gemeinde und des Staates. Auch davon erzählt das Flieger-museum“, das mitten in der Anlage wohl schon manche Besucher überrascht hat. Tatsächlich hat aber die Luxemburger Luftfahrt hier ihre Wiege – und nicht etwa am Findel oder in Esch/ Alzette, wo auch einst ein wichtiges Flugfeld war.

Dabei ist diese Geschichte eng mit der Erho-lungsanstalt verknüpft, in Person von Charles Bettendorf. Der hatte als Direktor von ,Eaux de Mondorf sein Vermögen mit dem Verkauf des Heilwassers gemacht und war außerdem ein Technikenthusiast“, erklärt Jean-Claude Jacoby, Präsident des „Fligermusée“-Vereins, der die Erinnerung an die luxemburgischen Luftfahrt-Pioniere lebendig halten will und 2012 das auf mehr als 200 Quadratmetern neu geschaffene Museum ausstatten durfte.

Ein Macher hebt ab

Zu echten Devotionalien und solchen in Mo-dellform gehören auch Tafeln, auf denen unter anderem erklärt wird, was Bettendorf 1910 in Mondorf veranstaltet hat: die erste Flugschau des Landes. „Er war mit anderen Luxemburgern im Jahr zuvor in Reims bei der ,Grande Se-maine d’Aviation de la Champagne‘, dem ersten großen Flugfest überhaupt in Europa. Dort war man so begeistert, dass beschlossen wurde, so etwas auch bei uns durchzuführen.“

 

 

Text und Fotos Frank Göbel